Senioren-Residenz setzt Pflegebedürftige vor die Tür

Die privat geführte Senioren Residenz Josefstadt schließt mit Ende Juli ihre Pflegestation. Die Verträge der gebrechlichen Patient*innen, die dort untergebracht sind, werden gekündigt, das Personal nach Informationen von FALTER.morgen gleichfalls.

Menschenunwürdig und verantwortungslos

„Die Senioren Residenz Josefstadt schmeißt die Bewohner*innen der 24h-Pflege-Abteilung raus, weil diese nicht mehr ,rentabel‘ sind. Es ist unglaublich! Pflegebedürftige Menschen aus Profitgründen auf die Straße zu setzen, ist menschenunwürdig und mehr als verantwortungslos. Es zeigt, dass Pflege in privaten Händen absolut nicht gut aufgehoben ist“, zeigen sich SPÖ-Gemeinderätin Stefanie Vasold und SPÖ-Bezirks-Klubvorsitzende Sanja Drazic empört.

Stadt Wien hilft

Die Stadt lasse natürlich niemanden im Regen stehen. Wer Probleme habe, eine neue Unterkunft zu finden, könne sich an den Fonds Soziales Wien (FSW) wenden.

Soziale Nutzung muss bleiben

„Aber wir fordern, dass auch die zukünftigen Betreiber eine soziale Nutzung sowie einen Mehrwert für die Anrainer*innen garantieren. Immerhin war das vor elf Jahren bei den Verhandlungen die Bedingung.

Als die Residenz geplant wurde, war die teilweise soziale und gemeinnützige Ausrichtung eine Voraussetzung für die Zustimmung der Politik. Schon damals wollten wir verhindern, dass die sich im Bundesbesitz befindliche Immobilie ausschließlich nach Gewinnmaximierung verscherbelt wird.“

Es sei nicht zu tolerieren, dass die Senioren Residenz Josefstadt diese Vereinbarung einseitig aufkündigt und pflegebedürftige Menschen sich selbst überlässt. Denn: „In der Josefstadt schreiben wir Zusammenhalt und Gemeinwesen groß“, betont die SPÖ-Politikerin.