Wien Energie: Versorgung sichern statt politisches Kleingeld wechseln

Der Angriff Russlands auf die Ukraine führte zu einer Teuerungs- und Energiekrise, die niemanden verschont. Wir haben das Problem früh erkannt, und fordern seit Monaten einen Eingriffe in den Energiemarkt  – um genau die Situation zu verhindern, in der wir uns gerade befinden: Die Wien Energie muss mit zusätzlichem Geld unterstützt werden, weil sie sie aufgrund der Preisentwicklungen am Strommarkt hohe Kautionen hinterlegen muss.

Die deutsche Bundesregierung hat bereits im April mit einem Schutzschirm für Energieversorger auf die steigenden Energiepreise reagiert, mittlerweile gibt es solche Schirme in vielen europäischen Ländern. Ein solcher Schutzschirm ist ein wichtiges Instrument, um die Unternehmen widerstandsfähiger zu machen.

Die österreichische Bundesregierung hat die Unterstützung der Wien Energie ermöglicht – eine Unterstützung die bis dato nicht in Anspruch genommen werden musste. Am Weg dorthin hat sie aber hauptsächlich politisches Kleingeld gewechselt. Von dem in die Welt gesetzten Vorwurf der Spekulation ist nichts übriggeblieben. Die SPÖ sieht der Prüfung durch Stadt- und Bundesrechnungshof sowie einer möglichen Untersuchungskommission gelassen entgegen.

Keine Spekulation –  bestätigen erste drei Prüfungsinstitute

Drei Wirtschaftsprüfungsinstitute sehen die Börsengeschäfte des Unternehmens als „alternativlos“ an. Es gebe keine Hinweise auf Spekulation oder ein mangelhaftes Risikomanagement, bescheinigen Michael Sponring (PwC) und Friedrich Jergitsch (Freshfields Bruckhaus Deringer) der Wien Energie. Als drittes Institut hatte Ithuba die Geschäfte geprüft.

Die Prüfung hat keine Anhaltspunkte für spekulatives Verhalten ergeben. Auch wurden  zahlreiche Kontrollen zur Risikosteuerung innerhalb der Wien Energie bestätigt. Die Wien Energie hat außerdem frühzeitig auf die Preisentwicklungen am Markt reagiert. Letztlich wäre der Liquiditätseffekt am 26. August weder vorhersehbar oder vermeidbar gewesen, so Sponring.

Auch Jergitsch bestätigt, die Prüfungen seines Instituts hätten gezeigt, dass alle Termingeschäfte an der Börse lediglich der Absicherung von Preisrisiken gedient hätten. Schon ab 2021 habe sich die Wien Energie der Frage der Liquiditätssicherung gewidmet, die Lage beobachtet und Stresstests gemacht. Er habe zwar Verständnis, dass die Ereignisse nun von der WKStA strafrechtlich untersucht werden, aber aus seiner Sicht gebe es dazu keinen Anlass.

Grundsätzlich brauchen immer mehr Unternehmen in der EU einen Schutzschirm, auch die EU-Kommission befasst sich mit dem Thema. Letztlich braucht es aber einen Eingriff in die Wurzel des Problems, nämlich die Preisbildung beim Strom, die vom Gaspreis abhängt.

Energieversorgung ist kein Spiel

Die oberste Priorität für die Stadt Wien und die Wien Energie ist die Sicherstellung der Energieversorgung der Kund*innen.

Denn gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtig zusammen zu stehen und solidarisch zu sein – über alle Partei- und Ideologiegrenzen hinweg. Denn genau dieser Zusammenhalt macht unsere Stadt einzigartig. Das haben wir oft beweisen.

Es ist höchst bedenklich wie die ÖVP auf die Situation der Wien Energie reagiert, nämlich bei einem so wichtigen Thema nichts als politisches Kleingeld zu wechseln, Kreditschädigung eines gesundes Unternehmens zu betreiben und Dirty Campaigning der üblesten Sorte – mit ganz viel Dreck werfen und hoffen, dass irgendetwas picken bleibt.

Hier finden Sie ein FAQ zur Wien Energie