Gemeinderätliche Kommission für Inklusion und Barrierefreiheit beschlossen

 „Seien wir eine aktive Lobby für Menschen mit Behinderungen, für Inklusion und Barrierefreiheit“, mit diesen Worten beendet SP-Gemeinderätin Stefanie Vasold ihre Rede zum Allparteienantrag für eine ‚Gemeinderätliche Kommission für Inklusion und Barrierefreiheit‘, der in der Gemeinderatssitzung eingebracht wurde. „Mich freut, dass dieser Antrag von allen Fraktionen gemeinsam eingebracht wurde“. Oberstes Ziel dieser Kommission ist die Ermöglichung eines selbstbestimmten Lebens für alle Menschen in dieser Stadt. Zentral sind dabei die Förderung und das Einbeziehen von Organisationen der Selbstvertretung und Interessensvertretung von Menschen mit Behinderungen (IVMB).

„Die Betroffenen selbst sind die Expert:innen für ihr Leben. Sie wissen am besten, was es braucht und wo es hapert“, so SP-Gemeinderätin Astrid Rompolt, „Diesbezüglich unterscheidet sich die Kommission auch von den meisten anderen. Denn schon in der Zusammensetzung ist festgehalten, dass die Interessensvertretung für Menschen mit Behinderungen der Kommission fix beigezogen ist.“

Erstmals ins Leben gerufen wurde diese Kommission im Jahr 1983 im Gemeinderat. Damals hieß sie noch ‚Gemeinderätliche Behindertenkommission‘. Die Umbenennung zu ‚Kommission für Inklusion und Barrierefreiheit‘ spiegelt dabei einen Paradigmenwechsel wieder, so Vasold: „Es geht nicht nur um Menschen mit Behinderungen, sondern vor allem auch um Strukturen und Rahmenbedingungen, die Menschen an der gleichberechtigten Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen behindern.“ Somit ist es die Aufgabe der Kommission, die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen zu erheben, notwendige Maßnahmen zu beraten und Vorschläge an die zuständigen Organe zu entwickeln und heranzutragen.

Thematische Schwerpunkte der Kommission:
1. Förderung von Integrationsmaßnahmen im gesamten Lebenslauf eines Menschen mit Behinderung
2. Förderung eines selbstbestimmten Lebens
3. Förderung der Gleichstellung
4. Planmäßiger Ausbaus der Arbeitsintegration und der Arbeitsassistenz unter gleichzeitiger Beachtung der Wechselwirkungen zwischen geschützter Arbeit und/oder der Beschäftigungstherapie und unter Einbeziehung von Förderungsmöglichkeiten der Europäischen Union 5. Aufnahme von Dienstnehmer:innen mit Behinderung durch die Stadt Wien
6. Weiterer Ausbau von integrativen Wohnmöglichkeiten und der ambulanten Wohnbetreuung sowie der persönlichen Assistenz
7. Beseitigung von Barrieren in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie z.B. der Kultur- und Freizeiteinrichtungen und des Verkehrs
8. Förderung von Selbsthilfegruppen und Interessensvertretungen von Menschen mit Behinderung
9. Förderung von Mobilität und der Freizeitmöglichkeiten in der Stadt
10. Förderung der Betreuung älterer Menschen mit Behinderung

Hier gibt es die Rede im Gemeinderat zum Nachhören:

Rede zur Einsetzung der Inklusions-Kommission im Gemeinderat